Home

Allgemeines

Auswahlseite Hunde

Auswahlseite Katzen

Augenerkrankungen

Einleitung

Wie funktioniert das Auge

Augenlider

Nickhautvorfall

Bindehaut

Hornhaut

Iris

Linse

Netzhaut

Wann muss meine Katze dem Tierarzt vorgestellt werden?

Kontakt

Suche

Augenerkrankungen bei der Katze

vorherige Seite

Wie funktioniert das Auge?

Lichtstrahlen durchdringen die klare Hornhaut, werden an der Linse gebündelt und auf die Netzhaut projiziert. In der Netzhaut befinden sich die Sehrezeptoren (Stäbchen und Zapfen), deren Stimulation zur Weiterleitung der Informationen über den Sehnerv zum Gehirn führt. Die Stäbchen sind für das Nachtsehen nötig und kommen viel häufiger vor als die Zapfen, die für das Tag- und Farbensehen verantwortlich sind. Beim Menschen beträgt das Verhältnis der Stäbchen zu den Zapfen 4:1, bei der Katze 25:1. Dies hat zur Folge, dass die Katze bei reduzierten Lichtverhältnissen besser sieht, aber Details weniger gut unterscheiden kann. Katzen scheinen ein limitiertes Farbensehen zu haben. Obwohl wie beim Menschen drei verschiedene Farbrezeptorarten vorkommen, vermutet man, dass Farben für die Katze blasser erscheinen. Eine spezielle Struktur der Aderhaut, das Tapetum lucidum, besteht aus mehreren Schichten lichtreflektierender Zellen. Es wirkt wie ein Spiegel hinter der Netzhaut: Lichtstrahlen werden daran reflektiert und stimulieren die Rezeptoren ein zweites Mal. Dadurch kann die Katze bei schwachem Licht besser sehen.

 

Erkrankungen der Augenlider

Im Gegensatz zum Hund sind Probleme der Augenlider bei der Katze selten. Das Einrollen des Unterlids (so genanntes Entropium) kann als Folge einer chronischen Reizung der Binde- oder Hornhaut entstehen. Neben der Behandlung der Grundursache, ist die fehlerhafte Lidstellung durch einen chirurgischen Eingriff korrigierbar. Lidverletzungen und -abszesse kommen hingegen häufig vor und sind meist die Folge von Revierkämpfen. Um die normale Lidfunktion zu erhalten, müssen Liddefekte genäht werden. Lidtumore sind bei der Katze selten, aber oft bösartig. Das Plattenepithelkarzinom ist hierbei der häufigste Tumor im Bereich der Lider. Ein rasches, vollständiges Entfernen der Geschwulst ist wichtig für die Erhaltung der Lidfunktion und Rettung des Auges. Dadurch kann auch das Streuungsrisiko in andere Gewebe und Organe vermindert werden. Das Adenokarzinom ist der häufigste Tumor des dritten Augenlids. Es kommt vorwiegend bei älteren Katzen vor. Ein vollständiges Entfernen der Nickhaut ist in diesem Fall notwendig.

Fazit: Lidtumore bei der Katze sind häufig bösartig und müssen rasch entfernt werden. Lidverletzungen mit defektem Lidrand müssen genäht werden.

 

Beidseitiger Nickhautvorfall

Ein beidseitiger Vorfall des dritten Augenlids kann bei der Katze spontan auftreten. Es wird vermutet, dass Giftstoffe, die von Darmparasiten und/oder bei Magen-Darm-Leiden freigesetzt werden, zu einer Störung der Nervenversorgung der Nickhautmuskulatur führen. Die Unterscheidung von weiteren Ursachen (Bindehautentzündungen, Verletzungen des Auges, Entzündungen der Iris, neurologische Ausfälle durch Trauma und Mittelohrentzündugen), die auch nur einseitig auftreten können, ist notwendig. Falls keine weiteren Augen- und Krankheitssymptome festgestellt werden, ist eine Entwurmung zu empfehlen. Die Symptome verschwinden manchmal erst nach mehreren Wochen.

nächste Seite

Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 1 / 2005 und 2 / 2005
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Jürg Bolliger Diplomate ECVO
Fachtierarzt für Augenerkrankungen
BolligerTschuor AG, Fachtierärzte für Kleintiere
Kieferstrasse 2, CH-4665 Oftringen
www.bolligertschuor.ch