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Erkrankungen der Hornhaut

Die Hornhaut bildet die vordere Begrenzung des Augapfels. Sie ist durchsichtig und normalerweise frei von Trübungen und Gefässen. Krallenhiebe, aber auch Traumata durch Sträucher und Dornen, führen häufig zu Verletzungen der Hornhaut. Oberflächliche Läsionen heilen unter antibiotischer Versorgung rasch ab. Der Einsatz von Antibiotika ist wichtig, um Folgeinfektionen mit Bakterien zu verhindern. Um die Abheilung zu unterstützen, kann das dritte Augenlid für ein bis zwei Wochen über das Auge genäht werden (so genannte Nickhautschürze).

Tiefe oder penetrierende Hornhautverletzungen und Hornhautgeschwüre (rundliche Eindellungen in der Hornhaut) müssen in der Regel chirurgisch versorgt werden. Schnittverletzungen ohne Verlust von Hornhautmaterial können direkt vernäht werden. Auf grössere Defekte wird als „Hornhautersatz“ Bindehaut genäht. Dies sind mikrochirurgische Eingriffe, die mit Lupenvergrösserung oder unter dem Operationsmikroskop in Vollnarkose durchgeführt werden.

Hornhautentzündungen entstehen häufig durch Herpesvirusinfektionen. Dabei führen Schädigungen der oberflächlichen Zellschichten zu linienförmigen bis grossflächigen Verletzungen der Hornhaut. Ist die Hornhaut chronisch entzündet, kommt es zu Trübungen und Gefässeinsprossungen.
Die Eosinophile Keratitis ist eine spezielle Form der Hornhautentzündung bei der Katze: Typisch sind weissliche Auflagerungen mit Gefässeinsprossungen. Diese Hornhauterkrankung spricht gut auf die Behandlung mit Entzündungshemmern an.

Die Bildung von Hornhautsequestern ist eine Erkrankung der Hornhaut, die ausschliesslich bei der Katze auftritt. Obwohl die Sequesterbildung bei allen Katzen vorkommen kann, scheint eine Prädisposition bei Perserkatzen und weiteren Rassen mit vorstehenden Augen zu bestehen. Verletzungen (Traumata, Herpesviren) und chronische Irritationen können zur Braunverfärbung und Bildung von soliden Plättchen in der Hornhaut führen. Der Randbereich um diese Sequesterplättchen ist oftmals nicht intakt. Es besteht deshalb ein Infektionsrisiko durch Bakterien. Die veränderten Gebiete müssen aus der Hornhaut herausgeschnitten werden, um ein weiteres Fortschreiten in die Tiefe zu verhindern und eine Abheilung zu ermöglichen. Mit Antibiotikapräparaten wird die Behandlung bis zur Abheilung durchgeführt. Die Heilungsdauer kann mehrere Wochen dauern.

Fazit: Hornhautverletzungen sind schmerzhaft und sollten so rasch wie möglich tierärztlich versorgt werden. Dadurch können Schäden durch Folgeinfektionen mit Bakterien vermieden werden.

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Dieser Artikel ist erschienen im Katzenmagazin 1 / 2005 und 2 / 2005
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35

Autor:
Dr. med. vet. Jürg Bolliger Diplomate ECVO
Fachtierarzt für Augenerkrankungen
BolligerTschuor AG, Fachtierärzte für Kleintiere
Kieferstrasse 2, CH-4665 Oftringen
www.bolligertschuor.ch